Konzert
2. „Andere Reihe“-Konzert
Winterreise
Werke von Hans Zender nach Franz Schubert
Einsamkeit ist ein drängendes Problem unserer Gesellschaft. Längst betrifft es nicht mehr vor allem ältere Menschen, sondern zunehmend auch die junge Generation. Wohin Einsamkeit führen kann, erleben wir bei dem einsamen Wanderer aus Schuberts berühmtem Liederzyklus „Winterreise“. Die ist eigentlich keine Reise, sondern ein Selbsterfahrungstrip in die Isolation des eigenen Ich. In 24 Episoden werden die Zuhörenden Zeugen der zunehmenden Entfremdung eines Menschen von seiner Heimat und der Gesellschaft. Am Ende wartet nur noch der Tod in dieser winterkargen, kalt-klirrenden Landschaft. Aber wie klingt Einsamkeit heute in der Musik? Und was kann Schuberts „Winterreise“ uns modernen Menschen noch erzählen? Denn „zu sehr haben sich unsere Hörgewohnheiten und unsere Ohren verändert, zu sehr ist unser Bewusstsein geprägt von Musik, die nach Schubert geschrieben wurde“, sagt Hans Zender über seine Motivation für eine Neufassung der „Winterreise“. Darin grollen todesahnende Gongschläge, lassen Windmaschinen dem Publikum den beißenden Wind um die Ohren pfeifen, knirscht und klirrt der frostige Schnee im Schlagwerk. Dazu schreit der Winterreisende seine ganze Verzweiflung auch mal mit dem Megafon heraus. Die existenzielle Wucht von Schuberts Schreckensszenario wird so auf eindrückliche Weise wieder erlebbar.
Hans Zender
Schuberts „Winterreise“ –
eine komponierte Interpretation für
Tenor und kleines Orchester
Schuberts „Winterreise“ –
eine komponierte Interpretation für
Tenor und kleines Orchester
Besetzung