Konzert, Extra
© Peter Rigaud - Shotview Artists
Preisverleihung
Musikpreis der Stadt Duisburg 2026
Igor Levit
Er gehört zu den außergewöhnlichsten Pianisten unserer Zeit, ist bei Repertoire-Klassikern wie Beethovens Klaviersonaten ebenso zu Hause wie in exotischen Werken der Literatur, etwa in Ferruccio Busonis monumentalem Klavierkonzert oder dem nicht weniger monumentalen Variationenzyklus „The People United Will Never Be Defeated!“, den Frederic Rzewski in den 1970er-Jahren auf einen chilenischen Protestsong komponiert hat. Igor Levit ist aber mehr als ein fantastischer Musiker: Mit wachem Geist und scharfem Verstand reagiert er auf gesellschaftliche Missstände und erhebt seine Stimme gegen Hass, Diskriminierung und Antisemitismus. Für dieses – nicht nur musikalische – Engagement erhält er nun den Musikpreis der Stadt Duisburg.
Heute ist Igor Levit auf den großen Bühnen der Welt zu Hause, vom Wiener Musikverein bis hin zur Carnegie Hall in New York, von den Salzburger Festspielen bis hin zur Suntory Hall in Tokio. Als er als Achtjähriger mit seiner Familie seine russische Heimat in Nischni Nowgorod verließ und nach Deutschland zog, war sein erstes Zuhause allerdings das Ruhrgebiet. „Damals begann meine Biografie in Deutschland“, erinnert sich der Pianist an diesen entscheidenden Einschnitt in seinem noch jungen Leben. „1995 kamen wir hierher, und die erste Anlaufstation war Dortmund. Dort haben wir einige Zeit gelebt und haben erste kleinere Ausflüge unternommen. Dinge, die meine Eltern sich damals auch leisten konnten, zum Beispiel nach Duisburg. Deshalb spüre ich eine sehr starke Bindung zu der Region, denn das ist das Deutschland, das ich als Kind kennengelernt habe und das uns willkommen geheißen hat.“
Von Dortmund ging’s später dann nach Hannover, wo Igor Levit sein Klavierstudium mit der höchsten Punktzahl abschloss, die bis dahin an der Hochschule jemals erzielt worden war. Zu seinen Lehrern dort gehörte unter anderem Karl-Heinz Kämmerling, aus dessen Klassen herausragende Pianist:innen wie die Schwestern Alice Sara und Mona Asuka Ott, Sophie Pacini, Herbert Schuch oder Lars Vogt hervorgegangen sind. Seit 2019 lehrt Igor Levit selbst als Professor für Klavier an seiner Alma Mater. Dem Ruhrgebiet ist er in all den Jahren seiner erfolgreichen Karriere aber immer treu geblieben, kommt regelmäßig für Konzerte hierher zurück, zum Beispiel im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr.
Der kulturelle Reichtum der Region mit ihrer Vielzahl fantastischer Konzertorte ist allerdings „nicht das Einzige, was das Ruhrgebiet einzigartig macht“, sagt Igor Levit. „Jeder, der mich kennt, weiß natürlich: Es gibt den glamourösen Teil in meinem Leben, die Reisen, die großen Säle, die exotischen Orte … Aber ich selbst bin das nicht. Sehr vieles, was ich bin, ist geprägt durch diese Anfangszeit im Ruhrgebiet. Dass diese Region eben beides kann. Das Bodenständige, das Verbindende, zwischenmenschliche Werte, die sehr direkte Kommunikation, aber auch der Humor und die Buntheit. Und gleichzeitig gibt es diese hohe Frequenz an Kulturorten von klein bis groß. Das ist schon eine ziemlich einzigartige Mischung.“
Apropos zwischenmenschliche Werte und verbindende Elemente: Auch das zeichnet den Pianisten aus, sein enormes und nicht nachlassendes gesellschaftliches Engagement. Im ersten Lockdown der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 streamte er über 50 Hauskonzerte, die weltweit Resonanz fanden. Für diese Hauskonzerte als Zeichen der Hoffnung und des Gemeinsinns in Zeiten von Isolierung und Verzweiflung sowie für sein Engagement gegen Antisemitismus wurde Igor Levit im Herbst 2020 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Mit Mut setzt er sich ein gegen Diskriminierung jeglicher Art, auch wenn er dafür Konzerte unter Polizeischutz spielen muss, wie etwa in Dortmund am zweiten Jahrestag des brutalen Überfalls der Hamas auf Israel. „Ich kann nicht anders, als an dieser Welt teilzu-
nehmen“, sagt er über seine Überzeugung. „Und weil ich es wichtig finde, sich für andere einzusetzen, wenn ihnen Unrecht geschieht. So wie viele andere Menschen auch, die oft ein noch viel höheres Risiko eingehen, als ich es je tun musste.“
In der Saison 2026/2027 kehrt Igor Levit übrigens nicht nur für die Verleihung des Musikpreises nach Duisburg zurück, sondern auch für ein ganz besonderes Projekt im Gedenkjahr zum 200. Todestag des Komponisten, Musikrevolutionärs und Humanisten Ludwig van Beethoven. Unter dem Titel „Alles Beethoven“ spielt Levit alle 32 Klaviersonaten des Wiener Klassikers in den großen Konzertsälen in Nordrhein-Westfalen. Am 7. Juli 2027 ist er dabei zu Gast in der Philharmonie Mercatorhalle in Duisburg, um mit dem Publikum die letzten drei Sonaten dieses gewaltigen Klavierkosmos zu teilen. Als „Heiligtümer der Klavierliteratur“ bezeichnet er diese Werkgruppe der letzten drei Sonaten. „Vor allem aber ist es eine Musik von atemberaubender Schönheit. Ich freue mich daher umso mehr, dieses Programm in Duisburg spielen zu können.“
Heute ist Igor Levit auf den großen Bühnen der Welt zu Hause, vom Wiener Musikverein bis hin zur Carnegie Hall in New York, von den Salzburger Festspielen bis hin zur Suntory Hall in Tokio. Als er als Achtjähriger mit seiner Familie seine russische Heimat in Nischni Nowgorod verließ und nach Deutschland zog, war sein erstes Zuhause allerdings das Ruhrgebiet. „Damals begann meine Biografie in Deutschland“, erinnert sich der Pianist an diesen entscheidenden Einschnitt in seinem noch jungen Leben. „1995 kamen wir hierher, und die erste Anlaufstation war Dortmund. Dort haben wir einige Zeit gelebt und haben erste kleinere Ausflüge unternommen. Dinge, die meine Eltern sich damals auch leisten konnten, zum Beispiel nach Duisburg. Deshalb spüre ich eine sehr starke Bindung zu der Region, denn das ist das Deutschland, das ich als Kind kennengelernt habe und das uns willkommen geheißen hat.“
Von Dortmund ging’s später dann nach Hannover, wo Igor Levit sein Klavierstudium mit der höchsten Punktzahl abschloss, die bis dahin an der Hochschule jemals erzielt worden war. Zu seinen Lehrern dort gehörte unter anderem Karl-Heinz Kämmerling, aus dessen Klassen herausragende Pianist:innen wie die Schwestern Alice Sara und Mona Asuka Ott, Sophie Pacini, Herbert Schuch oder Lars Vogt hervorgegangen sind. Seit 2019 lehrt Igor Levit selbst als Professor für Klavier an seiner Alma Mater. Dem Ruhrgebiet ist er in all den Jahren seiner erfolgreichen Karriere aber immer treu geblieben, kommt regelmäßig für Konzerte hierher zurück, zum Beispiel im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr.
Der kulturelle Reichtum der Region mit ihrer Vielzahl fantastischer Konzertorte ist allerdings „nicht das Einzige, was das Ruhrgebiet einzigartig macht“, sagt Igor Levit. „Jeder, der mich kennt, weiß natürlich: Es gibt den glamourösen Teil in meinem Leben, die Reisen, die großen Säle, die exotischen Orte … Aber ich selbst bin das nicht. Sehr vieles, was ich bin, ist geprägt durch diese Anfangszeit im Ruhrgebiet. Dass diese Region eben beides kann. Das Bodenständige, das Verbindende, zwischenmenschliche Werte, die sehr direkte Kommunikation, aber auch der Humor und die Buntheit. Und gleichzeitig gibt es diese hohe Frequenz an Kulturorten von klein bis groß. Das ist schon eine ziemlich einzigartige Mischung.“
Apropos zwischenmenschliche Werte und verbindende Elemente: Auch das zeichnet den Pianisten aus, sein enormes und nicht nachlassendes gesellschaftliches Engagement. Im ersten Lockdown der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 streamte er über 50 Hauskonzerte, die weltweit Resonanz fanden. Für diese Hauskonzerte als Zeichen der Hoffnung und des Gemeinsinns in Zeiten von Isolierung und Verzweiflung sowie für sein Engagement gegen Antisemitismus wurde Igor Levit im Herbst 2020 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Mit Mut setzt er sich ein gegen Diskriminierung jeglicher Art, auch wenn er dafür Konzerte unter Polizeischutz spielen muss, wie etwa in Dortmund am zweiten Jahrestag des brutalen Überfalls der Hamas auf Israel. „Ich kann nicht anders, als an dieser Welt teilzu-
nehmen“, sagt er über seine Überzeugung. „Und weil ich es wichtig finde, sich für andere einzusetzen, wenn ihnen Unrecht geschieht. So wie viele andere Menschen auch, die oft ein noch viel höheres Risiko eingehen, als ich es je tun musste.“
In der Saison 2026/2027 kehrt Igor Levit übrigens nicht nur für die Verleihung des Musikpreises nach Duisburg zurück, sondern auch für ein ganz besonderes Projekt im Gedenkjahr zum 200. Todestag des Komponisten, Musikrevolutionärs und Humanisten Ludwig van Beethoven. Unter dem Titel „Alles Beethoven“ spielt Levit alle 32 Klaviersonaten des Wiener Klassikers in den großen Konzertsälen in Nordrhein-Westfalen. Am 7. Juli 2027 ist er dabei zu Gast in der Philharmonie Mercatorhalle in Duisburg, um mit dem Publikum die letzten drei Sonaten dieses gewaltigen Klavierkosmos zu teilen. Als „Heiligtümer der Klavierliteratur“ bezeichnet er diese Werkgruppe der letzten drei Sonaten. „Vor allem aber ist es eine Musik von atemberaubender Schönheit. Ich freue mich daher umso mehr, dieses Programm in Duisburg spielen zu können.“
Preisverleihung
Besetzung
Igor Levit
Oberbürgermeister Sören Link, Hans Jürgen Kerkhoff (Vorstandsvorsitzender Köhler-Osbahr-Stiftung)
N.N.
Dongping Wang
September
Mi30