Konzert
© Co Merz
7. Kammerkonzert
Bewegte Leben
Werke von Henriëtte Bosmans | Dmitri Schostakowitsch und Franz Schubert
Henriëtte Bosmans führte ein bewegtes Leben: Die niederländische Komponistin und Pianistin hatte es nicht nur als Frau in einer von Männern dominierten Musikwelt schwer, sondern litt im Nationalsozialismus als Künstlerin jüdischer Abstammung, die außerdem eine Beziehung zur lesbischen Cellistin Frieda Belinfante unterhielt, auch unter doppelter Verfolgung. Und etwas von diesen dramatischen Lebensumständen klingt in ihrem Streichquintett mit: Eindringlich und voller ungewöhnlicher Harmonien ist der Kopfsatz, eine klagende Geigenmelodie eröffnet den zentralen zweiten Satz, während das Finale vor allem von treibenden Rhythmen geprägt ist. Und auch Dmitri Schostakowitsch kannte sich mit Verfolgung aus – als Künstler im totalitären Russland unter Stalin. In seinen Werken hat er sich dagegen aufgelehnt, vor allem in der weniger öffentlichen Kammermusik. Sein erschütterndes 8. Streichquartett versah er etwa mit der Widmung „Im Gedenken an die Opfer des Faschismus und des Krieges“ – und komponierte es gleichzeitig als Requiem auf sich selbst. Versöhnlicher zeigt sich zum Abschluss Franz Schubert im melodienseligen „Rosamunde-Quartett“, aber auch hier klingen Wehmut und Melancholie durch die Musik hindurch.
Henriëtte Bosmans
Streichquartett
Dmitri Schostakowitsch
Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110
Franz Schubert
Streichquartett Nr. 13 a-Moll op. 29 D 804 –
„Rosamunde“
Streichquartett
Dmitri Schostakowitsch
Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110
Franz Schubert
Streichquartett Nr. 13 a-Moll op. 29 D 804 –
„Rosamunde“
Konzertführer Live am Konzerttag um 18:15 Uhr im Tagungsraum 6 des Kongresszentrums im CityPalais
Besetzung
Leonkoro Quartett:
Jonathan Schwarz, Emiri Kakiuchi
Mayu Konoe
Lukas Schwarz
Mai
So23