Konzert
© Kaupo Kikkas
Sonderkammerkonzert II

„Vom Süden in den Norden“

Alban Gerhardt & Markus Becker
Werke von Claude Debussy, Gaspar Cassadó, Robert Schumann und Maurice Ravel
Spanische Klänge haben nicht nur Musiker:innen in der Heimat des Flamenco und Bolero inspiriert wie den aus Barcelona stammenden Komponisten und Cellisten Gaspar Cassadó, dessen 1926 entstandene „Suite für Cello solo“ Elemente der Volksmusik in drei Tanzsätzen kunstvoll verarbeitet. Ab dem späten 19. Jahrhundert schwappte die spanische Musikwelle auch auf das benachbarte Frankreich über, wo Maurice Ravel in seinem Klavierzyklus „Miroirs“ (1905) den Tag mit einem spanisch inspirierten „Morgenständchen eines Narren“ (Alborada del gracioso) beginnen lässt und die Geige in der „Vocalise en forme de Habanera“ in gleicher Weise zum Singen bringt. Auch Claude Debussys 1915 vollendete Cello-Sonate, Auftakt einer ganzen Reihe von Sonaten in unterschiedlicher Besetzung, atmet andalusisches Flair, wenn sich im zweiten Satz das Pizzikato gespielte Cello in eine Art Gitarre verwandelt. Weniger spanisch, gleichfalls von heiterem Sonnenlicht beschienen, zeigt sich Johannes Brahms‘ 2. Cello-Sonate. Das Meisterwerk entstand 1886 in der zwar nördlich gelegenen, aber ebenso urlaubsverheißenden Umgebung des Thuner Sees – fast vier Jahrzehnte, nachdem Brahms‘ großer Förderer Robert Schumann sein ebenso inniges wie feuriges „Adagio und Allegro“ komponiert hatte.

Im Rahmen des Eigenzeit-Festivals 2024
Besetzung
Alban Gerhardt
Markus Becker