Ballett

Grey Area

Bridget Breiner / David Dawson / Lesley Telford
Tanz im Zwischenraum
Im Zentrum des dreiteiligen Abends steht David Dawsons preisgekrönter Klassiker über einen ungreifbaren und zugleich hoffnungsvollen Zustand zwischen Ende und Wiederbeginn. „The Grey Area“ verweist auf ein Niemandsland jenseits von Zeit und Raum: Mit weit ausschwingenden, frei fließenden Bewegungsphrasen und großer musikalischer Sensibilität scheint sich die Choreographie von der Schwerkraft zu lösen und zelebriert die Schönheit eines Augenblicks, in dem Dynamik, Zeitlosigkeit und emotionale Intensität ineinandergreifen.

Nicht das Ziel, sondern der Weg selbst ist Ausgangspunkt für Bridget Breiners neue Kreation „Shards“. Ausgehend von den musikalischen Interpretationen Jeff Buckleys widmet sie sich dem Unabgeschlossenen – dem, was nicht endet, sondern nachhallt. Gemeinsam mit der Compagnie erforscht sie das Dazwischen-Sein als fortlaufende Bewegung: Begegnungen und Trennungen, Nähe und Entfernung, das Festhalten und das Loslassen. Wie ein Lied, das über seinen letzten Ton hinauswirkt, folgt die Choreographie einer Spur, die nicht zu einem Abschluss führt, sondern weiterträgt.

Den Abschluss dieser Auslotung von Zwischenräumen bildet „Threshold of a Fall“ der kanadischen Choreographin Lesley Telford. Inmitten eines schwebenden, stilisierten Waldes reflektiert das Werk die fragile Beziehung zwischen Mensch und menschengemachten Systemen. Was stabil und unerschütterlich erscheint, kann durch die kleinste Verschiebung seine Verletzlichkeit offenbaren. Inspiriert von der Parabel vom Damoklesschwert entsteht ein Raum höchster Balance – getragen von einer dichten Klanglandschaft, stets an der Schwelle zu einem möglichen Kippen.
Dauer: ca. 2¼ Stunden, zwei Pausen
Empfohlen ab 12 Jahren
Shards (Uraufführung)

The Grey Area
Uraufführung am 7. September 2002, Het Muziektheater Amsterdam, Dutch National Ballet

Threshold of a Fall (Uraufführung)
„Grey Area“ – was bedeutet das?
Der englische Ausdruck grey area bezeichnet einen Bereich, der sich nicht eindeutig einordnen lässt – weder „schwarz“ noch „weiß“. Gemeint ist eine Zone der Unschärfe, in der Grenzen verschwimmen und unterschiedliche Interpretationen möglich sind. In einer grey area fehlt es an klaren Richtlinien oder eindeutigen Bewertungen, sodass Raum für Ambivalenz, Fragen und Diskussionen entsteht.

Der Begriff tauchte Mitte des 20. Jahrhunderts auf und wird seitdem in vielen Bereichen – etwa in Ethik, Recht oder Gesellschaft – verwendet, um Situationen zu beschreiben, die sich bewusst dem einfachen Entweder-oder entziehen.
Team
Julia Schinke
Team
Bridget Breiner
Jeff Buckley
Team
David Dawson
Clemens Fröhlich
Team
Lesley Telford
Hauschka, György Ligeti, Hildur Guðnadóttir
Davidson Jaconello

Januar

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Februar

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Sa21
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Mi25
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Einen kurzen Einblick in den Ballettabend „Grey Area” und seine Choreographien gibt Ihnen hier Dramaturgin Julia Schinke. Den Ballettführer in der Live-Version können Sie 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer erleben.

Dauer: 7:57 Minuten